MIKRO-ABENTEUER: 2 TAGE AM RHEIN AN DER DEUTSCH-SCHWEIZER GRENZE

Vor ein paar Tagen waren wir einmal wieder mit unserem Camper auf einem Mikro-Abenteuer unterwegs: am Rhein, der im äußersten Süden Deutschlands die Grenze zur Schweiz bildet.
Wir hatten 2 tolle Tage, die uns viel länger vorkamen als nur 2 Tage. So erholt kamen wir wirklich selten von einem Kurzausflug zurück. Die Gegend hat uns total gut gefallen und wir werden sicher nochmal hinfahren diesen Sommer.

 

Tag 1:

Wir sind zur Mittagszeit bei uns gestartet. Wir haben uns dazu entschlossen, nicht auf direktem Weg über die Autobahn in Richtung Süden zu fahren, sondern einem kleinen landschaftlich reizvollen Umweg über die kurvigen Landstraßen der Schwäbischen Alb zu nehmen. Diverse Umleitungen haben uns schließlich ganz unverhofft direkt durch ein anderes Flusstal, nämlich das Donautal, geführt. Auch schön! Auch die Gegend wollen wir demnächst einmal mit dem Camper erkunden.

Dieses Mal haben wir aber den Weg weiter in Richtung des Rheins gesucht. Am frühen Nachmittag sind wir dann angekommen.

Unser erstes Ziel war der Rheinuferpark in Gailingen. Gailingen liegt noch auf der deutschen Seite des Rheins. Wir haben direkt unsere Picknick-Decke und das Strandtuch ausgepackt und die Nachmittagssonne genossen. Wir lagen in Deutschland und blickten über den Fluss aber in die Schweiz.

Ländergrenzen haben irgendwie immer etwas Spannendes an sich.


Die Lieblingsbeschäftigung sowohl der Deutschen als auch der Schweizer hier am Rhein: sich mit der Strömung treiben lassen. Das geht zum Beispiel ideal mit Luftmatratzen, aufblasbaren Ringen, Kayaks und sonstigen Booten aller Art. Besonders beliebt sind aber auch Poolnudeln. Und ganz ohne Schwimmhilfe geht es natürlich auch.

Wir haben uns mit einem anderen Camper-Pärchen unterhalten, die uns erzählt haben, dass sie immer wieder zu dieser Stelle am Rhein kommen, weil man sich hier ideal sogar mehrere Kilometer mit der Strömung im Wasser treiben lassen kann. Mal wandern sie ein paar Kilometer flussaufwärts und lassen sich entspannt am Stück zurücktreiben. Aber sie sind auch schon mit dem Zug bis ins 10 km entfernte Stein am Rhein gefahren und dann, in mehreren Etappen, im Rhein zurückgeschwommen. Inklusive Stopp an einem am Flussufer liegenden Campingplatz, um dort eine kleine Vesperpause einzulegen.

So haben wir also den ersten Nachmittag im Rheinuferpark auf unserer Picknick-Decke verbracht und die Vorbeitreibenden beobachtet.

 

Am Abend sind wir im Sonnenuntergang ins gegenüberliegende Örtchen Diessenhofen spaziert. Über eine alte, hölzerne Brücke haben wir die Ländergrenze passiert. Von der Brücke aus hat man einen tollen Blick auf das nette Städtchen mit seinen alten, aber sehr gut erhaltenen Häusern, und auf den Rhein.

 

Durch das glasklare Wasser des Rheins, die alten Häuschen, die kopfsteingepflasterten Gassen und den für uns doch fremdklingenden Schweizer Dialekt haben wir uns direkt ein bisschen wie im Urlaub gefühlt – und das nur 1.5 Stunden von zu Hause entfernt. Diessenhofen ist wirklich eine schöne kleine Stadt und lädt zum Verweilen ein.

 

 

Übernachtet haben wir auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz in Gailingen. Aus dem Camper haben wir nach vorne auf den Rhein und nach hinten aus der Heckklappe direkt auf die steilen Weinberge geschaut. Der Stellplatz hat eine wirklich tolle Lage, die den etwas happigen Preis von 20€/24 Std. für Campingfahrzeuge wieder wettmacht. Sanitäre Anlagen können kostenlos im direkt anschließenden Strandbad (ebenfalls alles kostenlos) genutzt werden.

Wir haben den Abend vor unserem Camper mit einem Glas Wein ausklingen lassen und eine wunderbar ruhige Nacht bei offener Heckklappe gehabt. Als es gegen Morgen etwas kälter wurde, haben wir unsere kuschlige Lagerfeuer-Decke Salix noch über unsere Decke gelegt. Richtig gemütlich. Die Salix ist damit also auch "in-camper-approved" 😊

 

 

Wir können den Stellplatz auf jeden Fall weiterempfehlen. Hier hat man einfach alles an einer Stelle – eine tolle Bademöglichkeit, Duschen, Toiletten, einen ruhigen Übernachtungsplatz, und man kann bequem in 10 Minuten ins Städtchen laufen.

 

Tag 2:

Am nächsten Morgen sind wir noch vor allen anderen Campern aufgestanden und direkt eine Runde schwimmen gegangen – bzw. wir haben uns vielmehr ganz gemütlich ein paar hundert Meter treiben lassen. Coole Sache, die wir so zuvor auch noch nie erlebt hatten!

Nach einem gemütlichen Kaffee und Frühstück sind wir dann zu unserem nächsten Ziel aufgebrochen: das nur 10 km entfernt liegende Stein am Rhein. Stein am Rhein liegt am unteren Ausläufer des Bodensees, am sogenannten Untersee. Hier fließt der Rhein quasi wieder aus dem Bodensee heraus.

 

Die eigentliche Stadt haben wir uns für unseren nächsten Besuch aufgespart. Hier hat man (im Gegensatz zum recht untouristischen Diessenhofen) schon gemerkt, dass Strukturen für viele Besucher geschaffen worden sind. Die etlichen Parkplätze entlang der Stadt waren selbst am frühen Morgen schon ganz gut gefüllt.

Kurz hinter Stein am Rhein haben wir dann Halt gemacht, um den Tag wieder direkt am Rhein zu verbringen. Diesmal auf der Schweizer Seite.

Geparkt haben wir auf einem kleinen Parkplatz hinter den letzten Häusern. Dann ging es zu Fuß auf einem kleinen Trampelpfad am Fluss entlang.

Es ergeben sich immer wieder tolle Bademöglichkeiten. Wir haben uns für eine kleine, flach abfallende Kiesbucht entschieden. Ein paar Meter weiter gab es sogar einen kleinen Sandstrand – das war morgens aber der einzige Platz, der schon „belegt“ war. Ansonsten ging es ziemlich ruhig zu und hat sich erst nachmittags etwas gefüllt. Trotzdem war, im Vergleich zu unserem heimischen Badesee, wirklich total wenig los und nur das durch die vorbeifahrenden Boote verursachte Wellenplätschern hat die ansonsten absolute Ruhe gelegentlich unterbrochen. Hier gibt’s wirklich noch Natur pur! Die kleinen Boote und das glasklare Wasser haben uns in ein richtiges Urlaubsfeeling versetzt und wir haben uns schon nach kurzer Zeit total erholt gefühlt.

 

 

An dieser Stelle ist der Rhein ziemlich breit und eher flach. Dazu glasklar und schimmernd in verschiedenen Blautönen. Man kann auf zwei, drei kleine Inselchen schauen, die teilweise über Stege mit dem Ufer verbunden sind. Eine wirklich wunderschöne Gegend!

 

Im Schatten einer großen Kastanie haben wir den größten Teil des Tags verbracht. Natürlich haben wir es uns aber nicht nehmen lassen, auch hier ein paar Runden mit unserem aufblasbaren Ring zu drehen: zuerst ging es ein paar Minuten zu Fuß flussaufwärts. Dann konnte man sich mit der Strömung treiben lassen und ein paar Hundert Meter später wieder „aussteigen“ und zu Fuß auf dem Trampelpfad zurückgehen. Das war wirklich eine coole Erfahrung. Auch hier haben wir allerlei an Schwimm-Behelfsmitteln gesehen. Mit Abstand am beliebtesten unter den vorwiegend Einheimischen war aber die Poolnudel. So lässt es sich selbst bei 30 Grad wunderbar aushalten!   

 

Eins unserer Highlights war auch die an einem großen Baum befestigte Seilschaukel, mit der man sich ins Wasser schwingen konnte. Auch wenn wir es uns spektakulärer vorgestellt hatten, als unsere Versuche auf dem aufgenommenen Video nachher aussahen, hatten wir ziemlich viel Spaß dabei.




Wir sind froh, diese Gegend entdeckt zu haben, und werden auf jeden Fall bald mal wieder in Richtung Rhein fahren! Bis dahin können wir ja noch ein bisschen über die optimale Seilschwing-Technik sinnieren…

Ob mit Camper oder ohne – wir können euch die Gegend rund um Stein am Rhein wirklich sehr empfehlen!


Der Rheinfall in Schaffhausen liegt zum Beispiel auch ganz in der Nähe. Und am Bodensee ist man auch gleich – liegt Stein am Rhein doch direkt an einem der Ausläufer des Sees.