WIE SICH UNSERE PREISE ZUSAMMENSETZEN

Uns ist Transparenz wichtig. Wir glauben, dass Vertrauen nur entstehen kann, wenn man mit offenen Karten spielt.

Deshalb legen wir so großen Wert darauf, euch zu erklären, wie wir unsere Produkte herstellen, wo sie entstehen und unter welchen Bedingungen die Rohstoffe dafür angebaut werden.

Doch Transparenz bedeutet für uns auch, über den Preis unserer Produkte zu sprechen und darüber, wie er sich zusammensetzt.

Im heutigen Beitrag wollen wir etwas genauer in unser Zahlenwerk schauen und euch erklären, wie wir unsere Preise berechnen.

 

Crowdfunding-Preis der Tilia als Beispiel

Unsere Sommernachtsdecke Tilia kostet während der Crowdfunding-Kampagne 89 € (später im Shop sind es 109 €).

Bei diesen 89 € spricht man vom Bruttopreis. Das bedeutet, dass bereits (aktuell) 16 Prozent Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer genannt) enthalten sind. Diese etwa 12 € werden ans Finanzamt abgeführt und stehen uns nicht zur Verfügung.

Zieht man diese 16 Prozent ab, erhält man den Nettopreis, mit dem wir weiterrechnen möchten.

Der Nettopreis unserer Tilia beträgt also 77 €.


Bei unserer Tilia bezahlen wir in etwa 22 €  für die Stoffe. Das entspricht 29 Prozent des Nettopreises. Die Stoffe sind der größte Kostenfaktor innerhalb der Produktherstellung. Da uns die Qualität unserer Stoffe und deren umwelt- und sozialfreundliche Herstellung sehr wichtig ist, nehmen wir das gerne in Kauf. In den Stoffen sind zudem bereits verschiedene Arbeitsschritte enthalten, wie der Anbau und die Ernte der Baumwolle, das Spinnen des Garns und schließlich das Weben der Stoffe.

Der Teil der Stoffe, die später die Oberseiten der Decken werden, geht anschließend in den Druck. Der GOTS-zertifizierte Druck ist etwas teurer als ein herkömmlicher Druck und schlägt mit etwa 10 € zu Buche. Das entspricht 13 Prozent des Nettopreises.


Weitere 10€ kostet dann die Konfektion der Decken. Darin enthalten sind der Zuschnitt der Stoffe und das anschließende Vernähen. Beides macht etwa 5€ aus und geschieht in Deutschland und ganz in der Nähe unseres Heimatortes.

Zum Vergleich: erfahrene Näher*innnen verdienen in Bangladesh im Monat etwa 160 € - Einsteiger*innen etwa die Hälfte1.

Sind die Decken fertig, schicken wir diese zu euch. Für den klimaneutralen Versand und die Verpackung fallen circa 7 € an. Das entspricht 9 Prozent des Nettopreises.


Zieht man alle bei der Produktion und dem Versand entstehenden Kosten vom Nettopreis ab, bleiben bei unserer Tilia etwa 26 Prozent, also rund 27 € übrig. Bei diesen 27 € spricht man vom Rohertrag.

Von diesem Rohertrag werden alle anderen Kosten gedeckt, die nicht direkt mit der Produktion und dem Versand der Decke zu tun haben. Das sind zum Beispiel die Kosten für die Website, für die Prototypen und die Produktentwicklung oder auch Marketing und Messen. Ebenfalls werden vom Rohertrag Mieten für Büro und Lagerräume, Beiträge für Versicherungen oder auch Löhne und Gehälter von Mitarbeiter*innen bezahlt.

Wenn alle Kosten abgezogen wurden, bleibt unser Gewinn. Dieser muss dann wiederum versteuert werden.

 

Faire Preise für gute Produkte

Hoffentlich hat euch dieser Artikel dabei geholfen, zu verstehen, wie sich unsere Preise zusammensetzen.

Wie ihr seht, nutzen wir unsere Produkte nicht, um unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit viel Geld damit zu verdienen. Wir wollen vielmehr wirklich gute Produkte anbieten und diese zu Preisen verkaufen, die sie wert sind.

PS: Je nach Decke können sich die einzelnen Kostenanteile ein wenig unterscheiden. Unsere Kosten sind zudem nur eine Momentaufnahme und aus Gründen der Einfachheit gerundet.

 

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Quellen:

 1 https://www.tagesschau.de/ausland/bangladesch-loehne-101.html