OVERTOURISM – WENN ZU VIEL TOURISMUS ZUM PROBLEM WIRD

 


Völlig verstopfte Straßen, Park-Chaos, zertrampelte Natur, Vermüllung, Gedränge, Anstehen für Tickets und Anstehen für’s perfekte Foto – alles negative Auswirkungen von Overtourism. Das ist nicht nur unangenehm für Touristen selbst, sondern die Leidtragenden sind natürlich auch oft die dort wohnenden Einheimischen sowie die Natur.

Immer wieder auf unseren letzten Reisen, aber gerade auch in den vergangenen Wochen ist uns das Problem nochmal deutlicher bewusst geworden. Die Medien berichteten beispielsweise mit Headlines wie „Garmisch-Partenkirchen kämpft mit Overtourism“ über den Besucheransturm, dem sich touristische Hotspots in Bayern über die Feiertage an Pfingsten gegenüber gesehen haben.  

 

Was versteht man unter dem Begriff Overtourism?

Mit dem Begriff Overtourism, auf Deutsch Übertourismus, ist das Auftreten von großen Massen an Touristen an dafür nicht geeigneten oder ausreichend ausgestatteten Orten gemeint. Der eigentlich meist positive Tourismus hat dadurch eine schädliche Wirkung und führt zur Überforderung der lokalen Umwelt an den eigentlich schönsten Orten der Welt. Tourismus wird damit „zu viel“. Ein zu großer Besucheransturm führt so in Anbetracht des begrenzten Raumes zu zunehmenden Problemen.

Das Phänomen tritt dabei besonders an viel besuchten, beliebten „Hotspots“ auf. Durch die Massen an Touristen werden bestimmte Städte oder Regionen regelrecht überflutet. Dabei können ganze Regionen, aber beispielsweise auch nur einzelne bekannte Orte in der Natur betroffen sein.

 

 

Beispiele für Overtourism

Paradebeispiele für Orte, die an Overtourism leiden, sind unter anderem Bali, Dubrovnik mit seiner historischen Altstadt oder der Pragser Wildsee in Südtirol.

 

Bali:

Die für die indonesische Insel typischen Reisfelder, die tollen Strände mit klarem Wasser und die schönen Tempel haben in den letzten Jahren verstärkt Reisende aus der ganzen Welt angezogen. Bali hat aufgrund des großen Besucheransturms mittlerweile jedoch ein immenses Müllproblem. Auch der Verkehr wird immer chaotischer. Wasserknappheit ist ein anhaltendes Problem, und Touristen beleidigen Einheimische, da sie kulturelle Normen missachten, indem sie in Tempeln und sonstigen heiligen Orten unangemessene Fotos machen. Die eigentliche Kultur wird immer weiter zurückgedrängt.

 

Dubrovnik:

Die historische Altstadt von Dubrovnik im Süden Kroatiens misst gerade mal 300 mal 400 Meter. Seit die Stadt Drehort für Game of Thrones war, hat sich das Besucheraufkommen exponentiell vervielfacht. Neben den normalen Touristen drängen sich Kreuzfahrtpassagiere sowie Filmtouristen zu Tausenden durch die engen Gassen der Altstadt. 2016 gab es gerade einmal noch vier Lebensmittelläden, hingegen aber sage und schreibe 107 Souvenirläden in der Stadt. Privatwohnungen müssen Ferienwohnungen weichen. So verliert Dubrovnik nach und nach sein authentisches Mittelmeerflair immer mehr und wird zur reinen Besucherkulisse.

 

Pragser Wildsee:

Einsam liegt der türkisfarbene Pragser Wildsee mit glasklarem Wasser idyllisch eingebettet zwischen den Bergen. So zeigen ihn zumindest die Fotos auf Instagram. Türkisfarben, glasklar und das mit den Bergen stimmt. Aber einsam und idyllisch der mittlerweile überaus beliebte Hotspot leider gar nicht mehr. Für die extrem hohe Besucherzahl, die zumeist mit dem Auto anreist, wurden riesige Parkplatzflächen geschaffen. Für die Einheimischen sind die viele Fahrzeuge, an Spitzentagen bis zu 7000 davon, und die damit verbundenen Staus ein großes Ärgernis. Aber nicht nur die einheimische Bevölkerung leidet unter dem extremem Touristenaufkommen, sondern auch die Natur. So bleiben am Tagesende am eigentlich bildschönen Bergsee Berge an Müll zurück. Die Vegetation am Uferrand wird auf der Suche nach der perfekten Foto-Perspektive rücksichtslos zertrampelt. Die meisten Besucher sind nicht mehr auf der Suche nach den Natur-Momenten, sondern nach dem perfekten Foto für’s Teilen auf den sozialen Medien (das dann meist haargenauso aussieht wie die Zehntausenden zuvor auf Instagram). Wir haben außerdem mit eigenen Augen mitverfolgt, wie Besucher früh am morgen über die Absperrungen des noch geschlossenen Bootshauses geklettert sind, um das perfekte Foto zu schießen #doitforthegram.

 

Natürlich ist nicht jeder Reisende so rücksichtslos. Dennoch kommen diese touristischen Hotspots oft nicht mehr mit der schieren Masse an Touristen zurecht. Wie gut ein Ort damit zurechtkommt, hängt auch davon ab, wie gut er bereits auf Tourismus eingerichtet ist. Gerade heute kann über die Sozialen Medien schnell ein Ort innerhalb von kürzester Zeit zum gehypten Foto-Hotspot werden. Dann wird der Tourismus besonders problematisch, da bestimmte Vorkehrungen zur Ordnung der Masse an Besuchern eine gewisse Vorlaufzeit brauchen.

 

 

Folgen von Overtourism

Die negativen Auswirkungen von Overtourism können zusammengefasst wie folgt eingeordnet werden:

  • Ökologische Folgen:

    • Mammutaufgaben hinsichtlich Entsorgung der Abwässer und des Mülls
    • teilweise Engpässe bei Wasserversorgung
    • beschädigte Natur und Tierwelt
  • Sozio-kulturelle Folgen:

    • Die einheimische Bevölkerung kann ihrem Alltag nicht mehr normal nachgehen, das tägliche Leben vor Ort wird zunehmend belastet. Es bilden sich z.B. lange Staus, Ein- und Zufahrten werden zugeparkt, Müll wird in den Vorgärten entsorgt, Lärmbelästigung, etc.
    • Einheimische werden aus den Städten gedrängt, da Privatwohnungen zunehmend Ferienwohnungen weichen müssen (ist für die Vermieter sehr viel lukrativer)
    • Souvenirshops und teure Restaurants verdrängen Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs
    • Verlust der eigentlichen Kultur

 

Ursachen für Overtourism

Die Treiber für Overtourism sind divers. Neben der wachsenden Weltbevölkerung führt auch der steigende Wohlstand dazu, dass mehr Menschen Reisen und auch mehr Reisen pro Person stattfinden. Außerdem ist Reisen heute „in“ und zählt zu einem der beliebtesten Hobbies. Es gibt heute also schlicht mehr Touristen als je zuvor.

Auch kommt man heute viel schneller, bequemer und billiger ans Reiseziel. Billigfluggesellschaften, Busreiseanbieter sowie Anbieter von Kreuzfahrten tragen dazu ebenso bei wie der eigene Besitz eines Autos. Gerade bei Kreuzfahrten sowie Busreisen ist es problematisch, dass sich die Besucherströme so lokal bündeln und extrem viele Menschen auf einmal in ein Gebiet kommen.

Auch der im Zusammenhang mit Dubrovnik angesprochene Filmtourismus nimmt stark zu. Menschen wollen zu den Drehorten ihrer liebsten Filme und Serien reisen.

 

„Instagram-Hotspots“

Ein großer Treiber für Overtourism sind außerdem, wie schon oben erwähnt, die Sozialen Medien, allen voran die Plattform Instagram. Daraus hat sich ein neuer, junger Massentourismus entwickelt. Teilweise wird das Reiseziel sogar danach ausgesucht, wie gut es sich für Fotos eignet – Instagrammability nennt sich das dann.

 

Auch wir selbst sind schon an Orten gewesen, auf die wir erst durch Instagram so richtig aufmerksam wurden. Der Pragser Wildsee in Südtirol oder der Krka Nationalpark in Kroatien waren solche Orte. Auch wenn die Natur dort eigentlich wunderschön ist, so verlieren diese Orte für uns durch den Massenansturm ihren ganzen Reiz. Es hat für uns absolut nichts, uns zwischen all den anderen Besuchern hindurch drängen zu müssen, um zuerst Tickets zu kaufen, eingelassen zu werden, und um dann das perfekte Foto zu schießen (auf dem dann ein Bildausschnitt so rausgeschnitten wird, sodass es so erscheint, als wäre es total idyllisch und wir die einzigen Besucher weit und breit). Wir haben gar keine Lust auf Parkplatzchaos und dieses Gedränge. Auch können wir den Ort dann gar nicht richtig für uns aufnehmen, wir fühlen uns vielmehr gestresst.

Dennoch sitzen wir diesem Trugschluss vom idyllischen Naturschauplatz, unter dessen Hashtag sich tausende Fotos finden lassen, auch von Zeit zu Zeit auf. Man will halt doch mal „da gewesen“ sein. So richtig bewusst geworden ist uns das zum ersten Mal auf unserer Reise 2018. Zuerst am Pragser Wildsee (wir haben oben berichtet), und dann bei den Krka Wasserfällen in Kroatien.

Dort haben wir uns ganz früh morgens auf den Weg gemacht, sind zuerst eine ganze Weile am Parkeingang für Tickets angestanden, dann für den Bus, der uns bis zum Wasserfall brachte. Am Hauptwasserfall konnten wir dann zahlreiche Menschen dabei beobachten, wie sie für das perfekte Foto in das eiskalte Wasser wateten, auf den glitschigen Steinen herumrutschten und sich möglichst weit bis nach vorne durchkämpften, um das begehrte Foto in vermeintlich einsamer Natur machen zu können. Irgendwie bizarr, aber gleichzeitig ist das schon fast normal geworden an solchen Orten. Schon nach kürzester Zeit nach Parköffnung wurde man auf den schmalen Holzstegen nur noch geschoben – trotz Einbahnsystems. Obwohl die Landschaft echt toll ist dort, müssen wir sagen, dass wir die Natur nicht so genießen konnten.

 

In solchen Momenten nehmen wir uns oft vor, keine solchen Instagram Hotspots mehr zu besuchen (außer vielleicht in der absoluten Nebensaison). Zeitweise klappt das dann ganz gut, aber ab und zu enden wir dann doch wieder an einem solchen Ort.

Aber auch hier gilt: wir haben gar nicht den Anspruch daran, perfekt zu sein, aber ein gewisses Bewusstsein schadet definitiv auch nicht – stört unser Besuch an solch überfüllten Orten doch nicht nur unsere eigene Erfahrung, sondern hat oft auch negative Folgen für die dort wohnende Bevölkerung sowie die Umwelt.

 

Was kann dagegen unternommen werden?
Vonseiten der betroffenen Gebiete

Die vom Overtourism betroffenen Kommunen sehen sich zunehmend zum Handeln gezwungen. Sie sehen sich der Aufgabe gegenüber, logistische Vorkehrungen zu treffen, um dem Besucherstrom und Verkehrschaos Herr zu werden. Es werden mehr Parkplätze ausgeschildert oder Parkleitsysteme entwickelt.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Besucherzahl mit einer begrenzten Ticketanzahl zu beschränken. So müssen Besucher beispielsweise an einem beliebten Strand im spanischen Galizien in der Hauptreisezeit ein Ticket vorab lösen. So wird das Ökosystem nicht überfordert und die vorhandenen Parkplätze sind nicht maßlos überfüllt. In vielen südeuropäischen Häfen im Mittelmeer, darunter Venedig und Dubrovnik, wurde auch die erlaubte Anzahl der gleichzeitig vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffen herabgesetzt.

Auch Verbote, Kontrollen und Bußgelder, auch wenn sich das im ersten Moment gar nicht gut anhört, erzielen eine gewisse positive Wirkung. Wir campen auch gerne wild, aber wenn es sich um ein Naturschutzgebiet oder ähnliches handelt und wild campen absolut verboten ist, dann sollte man sein Verhalten vielleicht auch selbst hinterfragen. In diesen Fällen gibt es schon einen Grund, warum das Campen verboten ist und man sollte sich dann auch daran halten. So wurde beispielsweise auf die starke Zunahme an Angeboten für Ferienwohnungen in Berlin mit einem Zweckentfremdungsverbot für Wohnungen reagiert, da die Wohnungspreise für die Berliner rasant in die Höhe gestiegen sind.  

Neben der Kontingentierung (es wird nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern erlaubt) und Verboten sowie Bußgeldern kann dem Overtourism auch durch Gebühren und Steuern zumindest teilweise etwas entgegengewirkt werden. So können höhere Hafengebühren für Kreuzfahrtschiffe erhoben werden, und auch das Erheben von Eintrittsgeldern hat eine gewisse Wirkung.

Wichtig ist es auf jeden Fall, dass die vom Overtourism betroffenen Gebiete auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam machen. Die Gäste sollten informiert und sensibilisiert werden, sodass sie sich des Problems bewusst werden und dann auch ihren Beitrag leisten können.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt stellt das gezielte Schaffen von touristischen Angeboten und Veranstaltungen in der Nebenreisezeit sowie das Bewerben solcher dar, um die Nebenreisezeit beliebter zu machen und den Besucherstrom somit ein bisschen zu entzerren.

Auch können weniger bekannte Attraktionen gezielt in den Fokus gerückt werden, um Besucher so auf diese aufmerksam zu machen.

 

Vonseiten der Reisenden

Aber auch wir Reisende sollten uns bewusst machen, wie sich unser Verhalten am Zielort, aber auch die Darstellung des Ortes in den Sozialen Medien, auf diese Orte auswirken kann. Und wir müssen verantwortungsvoll damit umgehen.

Gerade Influencer mit einer großen Reichweite sollten Orte, die von Overtourism betroffen sind (wie beispielsweise stark gehypte Foto-Spots) nicht geo-verlinken, um den Hype nicht zusätzlich zu befeuern. Zumindest der genaue Ort sollte nicht unbedingt verlinkt werden, vielleicht reicht ja auch die ungefähre Gegend aus. Wir können verstehen, dass das ein Dilemma ist. Einerseits möchte man die tollen Orte und die dort aufgenommenen wunderschönen Fotos zeigen und andere daran teilhaben lassen, aber andererseits sollte man sich auch bewusst darüber sein, dass genau dieses Verhalten dazu führt, dass diese Orte noch stärker überrannt werden. Als Privatperson mit einer begrenzten Anzahl an Followern fällt das sicherlich nicht ganz so ins Gewicht, wie wenn bekannte Influencer eine beliebte Fotolocation verlinken. So langsam wird das auch verstanden und umgesetzt, und ab und zu ziehen bekannte Influencer auch einen regelrechten Shitstorm auf sich, wenn sie beispielsweise geschützte Naturparks verlinken, in denen sie sich auch noch abseits der offiziellen Wege begeben und alles mit der Drohne (in Naturschutzgebieten ebenfalls verboten) aufzeichnen (das ist neulich erst bei einer deutschen Influencerin, die ab und an auch mit dem Van unterwegs ist, so passiert, nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass es sich auch um einen durchaus nicht ungefährlichen Ort gehandelt hat).

Als Gegenbewegung dieses Instagram-Foto-Tourismus hat der Verband „dasselbe in grün“  (mit gleichnamigem Magazin, das sich mit nachhaltigem Reisen beschäftigt) dazu aufgerufen, auf solche über-besuchten Orte unter dem Hashtag #notmybucketlist aufmerksam zu machen. Auch sogenannte Not-to-go-Listen adressieren das Problem mit dem Overtourism.

Abgesehen vom Nicht-Verlinken der genauen Orte können wir Reisenden noch mehr tun, um den Overtourism nicht durch unser eigenes Handeln zu verschärfen.

Wir können uns zum Beispiel fragen, ob wir an diese Orte wirklich reisen möchten. Wollen wir wirklich dort hin weil wir dort sein wollen, oder wollen wir hin, um es „mal gesehen zu haben“, weil alle hin gehen oder weil ein Foto von dort in unserem Feed nicht fehlen darf?

Es gibt so viele andere schöne Ecken und Orte auf dieser Welt, die wir entdecken können. Wo es tatsächlich noch etwas zu entdecken gibt. Wo wir uns der Natur nah fühlen können, oder wo wir die authentische Kultur kennenlernen können. Wo das Flair noch näher am Ursprünglichen ist, nicht zum Einheitsbrei geworden ist, wo sich das Essen im Restaurant noch nicht vollkommen den Vorlieben der Touristen angepasst hat. Wir können solche Orte in der Regel viel besser genießen als die völlig überlaufenen Touristen-Orte.

Das Tolle am Reisen im Camper: man kann einfach weiter fahren, wenn es einem zu voll wird. Man kann vielleicht in der Nähe übernachten und früh morgens oder später am Tag nochmal wiederkommen, wenn es sich etwas geleert hat. Und auch unterwegs findet man spontan so viele schöne Stellen, wenn man die Augen dafür offen hält und nicht die bekannten Instagram-Spots abfährt.

Wir können auch versuchen, abseits der Hauptreisezeit dorthin zu reisen, wenn wir die Orte denn unbedingt sehen möchten. So verteilen sich zumindest die Besucherströme besser, das ist für alle Beteiligten deutlich angenehmer. An Sonntagen, Feiertagen und in den Schulferien haben zwar fast alle frei und Zeit zum Reisen, aber dann ist es eben auch sehr voll. Wem es möglich ist, kann solche Zeiten also meiden und gezielt zu einem anderen Zeitpunkt reisen.

Auch sollten wir alle darauf achten, uns an die lokalen Vorschriften und Regeln zu halten, und auch den gesunden Menschenverstand nicht außer Acht zu lassen. Es sollte selbstverständlich sein, seinen Müll mitzunehmen (vielleicht sogar auch mal fremden Müll aufzusammeln), auf den offiziellen Wegen zu bleiben auch wenn die Foto-Perspektive abseits des Weges vielleicht schöner wäre. Wir sollten in geschützten Regionen (Naturschutzgebiet, Wasserschutzgebiet, Vogelschutzgebiet etc.) auch nur auf offiziellen Plätzen parken und übernachten. Das betrifft uns als Camper natürlich in besonderem Maße.

 

Auch wir hatten kurz überlegt, ob wir über die Pfingsttage an einen der beliebten Badeseen in der „bayrischen Karibik“ fahren mit unserem Camper. Nachdem wir aber erste Berichte gesehen und gelesen hatten, in denen von verstopften Straßen, Parkplatzchaos, zugeparkten Wiesen und Häuser-Zufahrten und viel hinterlassenem Müll auf Parkplätzen und Wanderwegen berichtet wurde, haben wir uns dagegen entschieden. Die Anwohner waren vom Besucherandrang alles andere als begeistert laut der Berichte. Dazu wollen wir nicht unbedingt beitragen.

Wir haben die Gegend zwar nach wie vor auf unserer persönlichen Reiseziel-Liste, aber wir werden nun definitiv unter der Woche hinfahren, wenn es mal etwas ruhiger zugeht dort und die Infrastruktur besser mit unserem Besuch klarkommen kann. Gerade in diesem Jahr wurden sehr viele Campingfahrzeuge neu zugelassen und viele haben Deutschland als Reiseland wieder für sich entdeckt. Das finden wir auch absolut super (geht uns ja genauso), aber führt auch zu Überforderung einzelner Gemeinden, wenn wir alle zur gleichen Zeit in Richtung Alpenvorland oder nach Rügen fahren wollen.

Deshalb haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen, im Sommer und an den Wochenenden nicht zu den beliebten Touristen-Spots zu fahren, sondern beispielsweise die Schwäbische Alb bei uns um die Ecke, die auch gut noch ein paar mehr Besucher vertragen kann, zu erkunden.

Gerade beim Campen ist man ja so schön flexibel und unabhängig, sodass man sicher eine ruhigere, aber auch sehr schöne Ecke für sich findet.

 

Unser Wunsch für die Zukunft lautet also: Responsible Tourism statt Overtourism!