UNSERE DREI LIEBSTEN WASSERFÄLLE

Wasserfälle sind immer ganz besondere Orte für uns. In diesem Artikel haben wir für euch unsere drei liebsten Wasserfälle zusammengetragen. Jeder vorgestellte Wasserfall ist einzigartig und ganz besonders auf seine eigene Art. Sie sind absolut unterschiedlich: Der erste Wasserfall ist wunderschön anzusehen und das Wasser fließt ruhig in ein türkisblaues Becken, der zweite Wasserfall ist mit seiner Höhe von 87m ziemlich imposant, und der dritte Wasserfall (der eigentlich aus vielen einzelnen Kaskaden besteht) besticht durch viele kleine Becken mit glasklarem Wasser, die über mehrere kleine Wasserfälle miteinander verbunden sind.

Hier stellen wir sie euch genauer vor:

 

Slap Virje, Slowenien

Der Slap Virje ist ein märchenhafter Ort. Dieser Wasserfall zeichnet sich nicht durch seine Höhe oder die Wassermassen aus, die dort hinunterstürzen. Vielmehr ist es die Atmosphäre, die diesen Ort einzigartig macht. Der Wasserfall sorgt für eine einhüllende Ruhe. Das sanfte Plätschern des Wassers, das seinen Weg die moosgrünen Hänge hinuntersucht, und der Blick auf das türkisblaue Wasser haben uns komplett in den Bann gezogen.

Der Wasserfall liegt im slowenischen Teil des Kanins unweit der italienischen Grenze. Schon die Anfahrt durch die julischen Alpen ist sehenswert und besonders. Die nächste größere Stadt ist Bovec, die östlich des Wasserfalls liegt.

Um zum Wasserfall zu gelangen nimmt man von Bovec aus Kurs auf das Dörfchen Pluzna. Pluzna ist wirklich winzig und besteht nur aus einigen Häusern, dennoch hat es seinen ganz eigenen, etwas verschlafenen Charme. Von dort aus geht es weiter Richtung Westen, bis man nach kurzer Zeit zu einem Parkplatz (46.335665, 13.512905) kommt. Der Weg dorthin ist zwar schmal, aber gut ausgebaut. Für Camper kein Problem, Wohnmobile müssen wohl bereits in oder um Pluzna einen Parkplatz suchen.


Vom Parkplatz aus sind es nur noch wenige Minuten zu Fuß, bis man beim Wasserfall ankommt. Bereits wenn man am Parkplatz aussteigt, merkt man, dass die Luft deutlich kühler geworden ist und auch feuchter. Bei hohen Temperaturen ist das natürlich besonders angenehm!

Der Bach Glijun, der den Slap Virje versorgt, ist einer der wenigen Quellen, die niemals versiegen. So hat der Wasserfall das ganze Jahr über Wasser. Die Wassertemperatur ist, da es sich um Schmelzwasser handelt, konstant niedrig und kommt selten über 8 Grad Celsius hinaus.

P.S.: Nicht weit entfernt liegt der Boca Wasserfall (Slap Boca), der auch sehr sehenswert ist.

 

Uracher Wasserfall, Deutschland

Das Besondere am Uracher Wasserfall ist, dass ein Weg direkt entlang des Wasserfalls führt. Man hat das Gefühl, mitten im Wasserfall zu stehen. Kühle Wassertröpfchen schweben in der Luft und ganz trocken bleibt man nicht. Insgesamt legt das Wasser knapp 87 Meter zurück, davon 37 Meter in freiem Fall. Die übrigen 50 Meter fließt das Wasser über eine Kalksteinstufe und teilt sich auf einen größeren Bereich auf. Die Kalkablagerungen sind schön anzusehen. Sie machen einen weichen, sanften Eindruck.

Der Wasserfall liegt nahe des namensgebenden Ortes Bad Urach am Fuße der Schwäbischen Alb. Etwas außerhalb des Ortes gibt es einen Wanderparkplatz (48.496668, 9.373426), von dem aus der Wasserfall gut zu erreichen ist.

Der Weg vom Parkplatz führt ca. 2 Kilometer idyllisch entlang des Brühlbachs. Nach einigen Minuten kommt man am Fuße des Wasserfalls an. Von dort aus geht es hinauf. Der Weg und die Treppen führen ganz nah entlang des Wasserfalls. Immer wieder ergeben sich neue Perspektiven und einzigartige Anblicke. Auf halber Höhe gibt es ein Plateau. Steht man auf diesem, hat man das Gefühl, mitten drin zu sein.


Oben angekommen hat man eine großartige Aussicht auf den Wasserfall und ins Tal. Die Bänke und der kleine Kiosk laden zum Verweilen ein.

Möchte man nicht denselben Weg zurück zum Parkplatz gehen, kann man einen der vielen anderen Pfade einschlagen. Zum Beispiel über die Burgruine Hohenurach.

Sehenswert ist der Wasserfall auch im Winter. Wenn es kalt genug ist, friert der Teil, der über die Kalkterrasse fließt, ein – ein wirklich einzigartiger Anblick!

Nicht weit des Wasserfalls liegt auch das Haupt- und Landesgestüt Marbach. Dort werden nach wie vor edle Pferde gezüchtet, die auch international im Reitsport große Erfolge erzielen. Die Anlagen sind aus dem 19. Jahrhundert und auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Cascades de Purcaraccia, Korsika

Die Cascades de Purcaraccia liegen auf Korsika inmitten des Bavella-Massivs. Sie befinden sich ein wenig südlich der Grenze zwischen den beiden Departements Haute-Corse und Corse-Du-Sud. Um zu ihnen zu gelangen, nimmt man den Gebirgspass Col de Bavella (D268), der die beiden Ortschaften Zonza in den Bergen und Solenzara am Meer verbindet. Von welcher Richtung man anfährt, ist dabei nicht wichtig, es ergeben sich aus beiden Richtungen schon auf der Anfahrt tolle Ausblicke.

Der Weg zu den Cascades de Purcaraccia ist abenteuerlich. Der größte Teil der Strecke geht entlang des Baches steil das Tal hinauf. Richtig ausgeschildert ist der Weg nicht. Folgt man jedoch den ausgetretenen Pfaden talaufwärts, so kommt man irgendwann an sein Ziel. Gutes Schuhwerk und ein wenig Ausdauer sind zu empfehlen.

Wir stellen unseren Camper an einem Parkplatz entlang der Straße ab. Der Zugangspunkt zum Pfad befindet sich in der Spitze einer Serpentine (41.830814, 9.272239).

Von dort aus geht man einige Zeit auf einem flachen Weg, bis man im Tal des Baches ankommt. Immer wieder halten wir an, um Bilder von der schönen Aussicht zu machen.

Sobald wir auf den Bach treffen, ändert sich der Weg. Es gibt verschieden Pfade entlang des Baches an beiden Uferseiten, die man gehen kann. Keiner der Pfade ist falsch, solange man sich talaufwärts orientiert. Teils läuft man an den steilen Seiten des Tales entlang, teils muss man kleinere Passagen kletternd überwinden. Man sollte also schon eine gewisse Trittsicherheit mitbringen.


Immer wieder wird der Blick frei und man sieht die zahlreichen Kaskaden und die dazwischenliegenden Becken des Bachs. Das türkise Wasser hebt sich wunderbar vom weißen Granit ab. Das Wasser sorgt dafür, dass selbst im Sommer das Tal deutlich kühler als seine Umgebung ist.

Canyoning-Gruppen bahnen sich ihren Weg durch das Bett des Bachs ins Tal. Mal seilen sie sich ab, mal waten sie durch das kühle Wasser, mal legen sie den Weg durch waghalsige Sprünge zurück.

Wir gehen weiter den Bach aufwärts, bis wir auf dem Plateau oberhalb der größten der Kaskaden angekommen sind. Dort machen wir Rast und genießen die einmalige Aussicht das Tal hinunter und in das Bavella-Massiv. Wir tun es den anderen Wanderern gleich und tauchen kurz in eines der smaragdgrünen Becken ein. Das Wasser ist glasklar und kalt, aber die Erfrischung tut gut. Der anstrengende Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt!